Aktuelles

Wir sind dankbar, dass wir auch in dieser unsicheren und schwierigen Zeit die Liebe Gottes zu den Menschen auf die Kreuzberger Straßen bringen dürfen. Wir kümmern uns um unsere Teammitglieder und unsere Schutzbefohlenen, verteilen Handys, wo keine vorhanden sind, damit wir immer für sie erreichbar sein können. Durch viele SMS und Telefongespräche können wir ihnen vermitteln: ihr seid wertvoll für Gott und für uns und wir sind an eurer Seite.

Sozialberatung im Görlitzer Park

Eintopf verteilen am Kotti

Eine warme Mahlzeit.....

und ein freundliches Wort

Eine Mitarbeiterin von

Hope Kreuzberg berichtet:

Es scheint, als würde sich die Welt nur noch um Corona drehen. In den Medien gibt es kaum ein anderes Thema und unser öffentliches und soziales Leben ist plötzlich auf unsere Wohnung, den Supermarkt und eine andere Person außerhalb beschränkt. Ich mache mir Gedanken über abgesagte Treffen und checke jede freie Minute den Corona-Liveblog.

Wie gut, dass „das Helfen anderer“ unter die „triftigen Gründe“ fällt, für welche man die eigene Wohnung noch verlassen darf. Am ersten Tag nach der neuen Regelung sind wir uns als Hope Kreuzberg nicht sicher, was das für unseren Dienst an den Obdachlosen und Drogenabhängigen in Kreuzberg, bedeutet. Viele Tafeln und Notunterkünfte haben geschlossen und auch das Café Sehnsucht kann nicht wie gewohnt öffnen. Dass die Obdachlosen trotzdem Hunger haben – nach Brot und nach Zuwendung – ist uns klar. So beschließen wir, unseren Einsatz auf der Straße nicht nur montags zu machen, sondern jeden Tag. Aber in etwas anderer Form. Statt nur heiße Getränke zu verteilen, gibt es auch Brötchen oder Eintopf, Süßigkeiten und Obst. Wir gehen nur noch in Zweier-Teams raus, mit Plastikhandschuhen und wahren die vorgeschriebenen 1,50m Abstand.

Am ersten Tag überkommt mich ein komisches Gefühl. Es sind nicht die leeren Straßen oder die vermehrten Polizeikontrollen, sondern das bedrückende Gefühl von Furcht, das in der Luft zu hängen scheint.

Später stehe ich mit der obdachlosen H. auf dem Kotti und höre mir ihre Not an. Als ich mich verabschieden will, stellt sie mir ihren Sohn D. vor, der gerade vom Arzt kommt. „Ist alles okay bei dir?“, frage ich ihn. Er zuckt nur niedergeschlagen mit den Achseln. Noch vor einer Woche hätte ich daraufhin irgendetwas anderes gesagt, aber es ist nun mal Ende März 2020 und so rutscht es aus mir heraus: „Ist es wegen Corona?“ Er schaut mich fragend an, dann runzelt er die Stirn und schüttelt den Kopf. Dieses Mal sagt sein Blick eindeutig: Corona? Da habe ich ganz andere Probleme!

Für Leute wie D., dreht sich die Welt in ihren gewohnten Bahnen weiter. Ihre Probleme ändern sich nicht durch einen Virus und sie sind trotz Kontaktverbot auf die Hilfe anderer angewiesen.

Die Mutter H.  erzählt mir, dass sie gestern Geld abheben wollte, aber ihr Personalausweis ist abgelaufen und so bekam sie kein Geld. Der neue Personalausweis kostet aber zehn Euro, die H. nicht hat. Zusätzlich haben die Bürgerämter wegen Corona geschlossen. Damit sie trotzdem bei der Kunden-Notstelle einen Termin bekommt, muss sie diesen telefonisch beantragen. Doch ihre Sim-Karte ist ebenfalls leer.
Nach einem Besuch im Kiosk, der Installation einer neuen Sim-Karte, mehreren Telefonanrufen und der Übergabe von zehn Euro sitzen wir zu zweit auf einer Treppe und beten. Ich danke Gott für diese Frau und dafür, dass er sie auch weiterhin versorgen wird. Schließlich betet H.: „Danke Jesus! Und Danke euch! Da kann man echt wieder an einen Gott glauben.“ Amen.

Jesus-Zeit im Café Sehnsucht

Happy Easter

Thilo und Jörg, zwei Musiker Freunde

Die Brückenbauer von Kreuzberg

Obdachlose, professionelle Musiker, Methadonabhängige, Studenten, ehemalige Gefängnisinsassen und Lebenskünstler, alle genießen das Gefühl Teil von etwas zu sein. Im Herzen von Berlins berüchtigtem Drogenkiez am Kottbusser Tor hat „Hope Kreuzberg“ eine sichere Oase geschaffen. Es ist eine kleine Gemeinschaft entstanden, eine Familie, die nationale und religiöse Kluften überbrückt und verfeindete Gruppen einmal in der Woche zusammenkommen lässt: Iraner und Iraker, Koreaner, Holländer, Engländer und Deutsche, Katholiken und Protestanten. Ein Ort an dem man sich über seine Sorgen und Freuden austauschen kann, an dem man von Veränderung hört und von (einer lebendigen) Hoffnung. Man trifft sich im Café Sehnsucht, das von Teen Challenge, einem Arbeitszweig der Berliner Help Stiftung, betrieben wird. Die Mitarbeiter von „Hope Kreuzberg“ sind mit Begeisterung bei der Sache, sie kümmern sich um jeden einzelnen und stehen mit Rat und Tat zur Verfügung - man ist eben einfach füreinander da. So bauen sie Brücken zwischen den unterschiedlichen Menschen, die die wöchentlichen Treffen besuchen.

Immer wieder mal gibt es das ein und andere Highlight wie z.B. eine großangelegte Osterveranstaltung oder drei Tage lang 'Happy Christmas' in den Räumen vom Café Sehnsucht.

Und noch etwas, dass den "Brückenbauern" am Herzen liegt: regelmäßig ist jemand von ihnen auf den Straßen Kreuzbergs unterwegs um neue Kontakte zu knüpfen oder 'alte Bekannte' aufzusuchen. So kommt man ins Gespräch, geht auf einen Kaffee, hört auf die Nöte, die Sorgen, eben auf alles das, was das Gegenüber beschäftigt. Dadurch sind schon wunderbare Freundschaften entstanden und so manche Not wurde gelindert durch den seelischen Beistand und durch materielle Hilfe.